Monat: Dezember 2025 (Seite 1 von 3)

30. Türchentag

Was ein Glück
wenn auch
dieses
kommende Jahr
sich in ein
Zeitmaß der Freundinnenschaften
der Beziehung
der Liebe
teilen wird.
Die Spannen
von Gespräch zu Wiederhören
von Abschied zu Besuch
von Nachricht zu Schonbescheidwissen
werden
den Rhythmus
angeben
in der Seismographie
einer Lebensbegleitung
die ihresgleichen
gar nicht erst
zu suchen braucht
und sie doch
schauan
wenn
am Ehesten
finden wird
in einem weltumspannend wundervoll vielgestaltigen Daseinsgeschöpf wie zum Beispiel einem Gemüsevogel
der da heißen mag
Paprigei
Knobrauchmaise oder Rotköhlchen.
Liebevollste Wesen.
Wrsen der Zusammenfindung alles Guten.
Sie
werden mich also begleiten.
An den Kühlschrank gepinnt.
Und das Auf und Ab der Jahreszeiten
der Stürze und Aufstiege
mit ihren bunten vegitablen Leibern
durchflattern
und in Liebe
aus allem
was sich so bei mir findet
dem Bestand quasie
freundliche Nester bauen
in den Verzweigungen
meiner Gedanken.

29. Türchentag

In meinem
Gegenüber
wohnst du
großer Gott
auch das noch
und lässt dir
in die Karten gucken
die
danach befragt
was das alles hier
wohl werden mag
und worüber ich
mir den Hals nach einem
Ausblick verrenkend
so gern Aufschluss hätte
zwar
wiedennauchsonst vieldeutig
so doch ganz beredsam
und in Plauderlaune
vor sich hin Orakeln.
Dass nämlich
das Leben
ein Fest sei
und werde
und bleiben möge
wenn auch morgen schon der Wind
darüberhin gehen
und an bunten Wimpeln
reißen könnte.
Und dass nämlich
diese dann
zum Fähnlein geworden
du dir
an den Hut steckst
den du dir
über die Ohren ziehst
auf dem zugigen Weg
nach morgen.
Gehe aus mein Licht
gehe aus mein Licht
aber nur
meine liebe Laterne
bleibt mein Zuhause
da draußen
dass ich
weiß
wo ich dich finde.

 

28. Türchentag

Sparsam sparsam
haben wir
die kostbaren Papiere
vom großmütterlich schmalen Mitbringbudget
treu versorgt
oder von Christistian und Ingrid
den tollen Materialanschaffern
aus dem Koffer gezogen
knappst auf Kante geschnitten
mit dem riesengroßen Bewusstsein fürs Exklusive
unter mütterlichen Argusaugen
das Schöne
das wundervoll Reine
das Vollkommene eines farbsortierten Stapels Transparentpapier
in den Händen.
Die Nagelschere dazu
und die
drückende Draufgabe
dass alles Neue
möglichst wenig Altes
verbrauchen sollte.
Weihnachten also
auf Pump.
Von vorgestern.
Denn man weiß ja nie.
So war das.
Und ist aus bunten Fitzelchen geworden
was noch heute erstrahlt.
Noch heute
braucht es
vor allem ein Licht.
Zum Durchscheinen.
Und ein Zutrauen
dass es reichen wird.

27. Türchentag

Aus heiterstem Himmel
schüttet
ein Lachen
sich aus über der Welt.
Ein längst überfälliges.
Das Lachen der
Sonne
und des knalleblauen Blitzeblaus
eines Himmels
zu dem empor schreit
wie dumm wir sind.
Und wie sehr
es uns mangelt
an dem
was wir selbst
und wir ganz allein
in der Hand haben.
Zuwendung.
Verzeihen.
Hüftbeweglichkeit.
Berührtseinwollen.
Humor.
Ach Himmel
hilf.
Lehre uns
lachen und weinen.
Über uns wunderliche Menschen.
Und über deine Wunder
die du permanent
um uns geschehen lässt
und um die wir uns
so gottlos mühen
unverwundert
unterernährt und dumm
herum zu kommen.
Und der Spatz meines wunderlosen Unglücks
zappelt in der Faust
einer verschlossenen Hand
und wäre so gern mit mir
hinaufgeflogen
zu Schwester Taube
die schon so lange
auf uns wartet.
Wundervoll.
Im Gelächter eines Gegenlichts
Immer einen Zweig im Schnabel.
Grün.
Wie die Hoffnung.

 

26. Türchentag

Durch die
Blume
hat das wunderschön verzaubernde Wort von Gemeinschaft
noch nie zuvor
so einen Sinn gefunden.
Sag es durch sie.
Und deine Zunge wird sich
verzaubert
geblümt
duftend
fühlen.
Und dir
Worte der Zuneigung
auf die Lippen küsst.
Und e
s tönt
von
tausend Saiten.
Dass da eine Welt
über uns
neben uns
mit uns in sich und in uns
wirksam ist
eine
mit der ich nicht
gerechnet habe.
Die die Liebe ist
und die keine
so
mit all ihrer Wucht
auf dem Schirm hatte.
Die hinein wächst
mit ihrer Kraft der Anpassung und Zerstörung
in ihrer renitenten Hinwendung zum geliebten Gegenüber.
Hier erstrahlt Hoffnung auf morgen.
Menschen die beglückt sind
vielleicht auch
auf letzter Zacke.
Hier ist Hoffnung zu verschenken.
Hier kommt zum Ausblick
was leben lässt.
Hier ist
die Hütte Gottes
bei den Menschen.

25. Türchentag

Wer
darf dir so
bis auf die Knochen
und zwischen die Gräten
schauen
dich so
nackt und bloß
sehen
und wem
hast du dich je
so gezeigt?
Ganz unaufgenötigt?
Wem hast du erlaubt
dich so ungeschützt
zu sehen?
Wem hast du zugetraut
dich liebevoll
achtsam
und gleichwohl
mit der ganz eigenen
Sicht
in den Blick zu nehmen?
Wer durfte dich so unverblümt
anschauen
und sehen
was najavielleichteh offenbar war?
Zum Gesehenwerden
braucht es
sich einzulassen.
In aller Ungewissheit des Ausgangs.
Es braucht das Wagnis
deines geöffneten Mantels.
Eine Enthüllung
Schicht für Schicht.
Bis aufs Blut.
Bis hinunter
zu deiner Verletzlichkeit.
Bis hin
zu deinem Herzen.

 

24. TÜRCHENTAG

Da liegt es
das Kindlein.
Fest gewickelt
und geschnürt
von Zerborussen bewacht
wie ich einst
in der Kinderklinik Greifswald.
25 km away from everything:
Mutterbrust
Liebe
Familie.
Vielleicht hat sich
schon hier
in den ersten vier Wochen
meines streng observierten
Lebens
in denen man mich
knapp
und nur für einen einzigen Moment
besuchen und mir durch die Glasscheibe
maximal kurz winken durfte
die Spreu vom Weizen getrennt
und ich kennen gelernt
was eine echte Beziehung ist.
Eine
die trägt.
Die auf sich nimmt
was dran ist.
Was mich trägt.
So dass ich
mit dem Firlefanz drumrum
mich eigentlich
nicht mehr abgeben muss.
Denn da sind
zum Beispiel
nach 20. Minuten im Backofen
diese güldenen Leiber
fest gewickelt
die mir erzählen von deiner Odyssee
und Ankunft
bei mir.
Als Mensch bei den Menschen.

23. Türchentag

Drei Schiffe
sah ich segeln.
nach Bethlehem
Vonmirzudir.
Diesmal.
Der du
doch eigentlich
auf mich zu kommst.
Weil das ewige
Jetztabererstmaldu
und ichwilldichjanichtüberfordern
hier
gerne nochmal
auf seine Standfestigkeiten
überprüft werden darf.
Weil ich vielleicht doch
darauf angewiesen bin
meine Flotte zu mobilisieren.
Die meine ureigene
Flagge gehisst
und sich aufs Meer wagt.
Weil die Welt sich so umdreht
dass selbst die Geschichte
die am Anfang
so einfach schien
nämlich dass da etwas
auf mich zukommt
nicht mehr stimmt.
Weihnachten dreht das Wohinundwoher
gründlich um.
Gott ist
nicht mehr
Oben. Erhaben. Sondern bei mir.
Geht in die Kniee
neigt sich zu mir
Und begleitet mein Angewiesensein.
Das sich auf den Weg macht.
Und bleibt doch
in meiner Nähe.
Darauf traue ich.

22. Türchentag

Wenn ein Licht
sich auf die Reise macht
braucht es
denke ich mir
den Mut
gegen jede Erwartung.
So wie bei Maria
als sie
übers
Gebirge ging.
Und es braucht wohl auch
diese erstaunliche Standfestigkeit
eines ungestützten Körpers.
Eines
durch den du
durchgucken kannst
und durch den
der Wind pfeift.
So wie bei meinem.
Und bestimmt braucht es auch
eine ausreichende Menge
Humor.
Weil alle sagen:
Die pusten dich weg.
Oder es selber machen.
Ganz ohne Ansage.
Oder dich auslachen.
Aber dann kommt es an.
Das Friedenslicht aus Bethlehem.
Federleicht
und tanzend.
Sich verschenkend.
Zerstörerisch
wenn es so sein soll.
Wie wäre das wohl
wenn es sich heimlich
in alle Lager
von Kriegsgerät legte?
Wenn es die Chroniken der Verfeindungen
verbrennte?
Oder wenn einfach
seine stille Kraft
ausreichen würde
um zu überzeugen?
Wenn diese Flamme
federleicht
und tanzend
in diesen Tagen
in denen alles
auf der Goldwaage liegt
so schwer wöge.
Wie schön könnte das sein.

21. Türchentag

Da steht er.
Und bei mir ist er schön.
Schön luftig.
That a bird could fly through it.
… if you are doing trees…
sprach John Wood
während wir Bäume malten.
Am Lake Minnetonka 1995.
Als er mich gestützt
von seinem Bauch
den er liebevoll Ferdinand rief
ins Flugzeug trug.
Are you okay honey?
Und der sich trotz Gichtanfall
nach viel rotem Wein und viel rotem Fleisch
heimlich Honig
aber ordentlich Honig
in seinen Porridge tat.
Schön war das.
In Mound
wo ich meine Haut zu zeigen
begann
und mein erstes erwachsenes
Kleid trug
mich meiner Kurven
nicht mehr schämte
und den Säcken
entsprang.
Frauensommer. Mit Karin und Gisela.
Duftende Großzügigkeit
und nächtliche Lebensgeschichten.
Da steht er.
Schön luftig.
Auch
weil wir das so mögen.
Das Väterchen die Puli und ich.
Denn dann passt was ran.
Und der Hybridbetrieb
mit Kerze und Elektro
hat mehr Platz.
Da stehe ich.
Hundemüde.
In Vorfreude.
In Erinnerung und Nachfreude
vor so viel Gnade.