Monat: Januar 2026 (Seite 1 von 1)

32. Türchentag

Was treibt eine
dazu
auszuschlagen?
Hellgrün.
Und was drängt
sie
auszutreiben
geschnitten in den ersten
Tagen des Advent
im vergangenen Jahr
eigentlich nur
der schönen Früchte wegen.
– Und nebenbei: Hagebutten! Was für ein Wort. –
Die wacker
verschrumpelnd
dem Vergehen entgegen
sich neigten und dabei dann doch
sehen ließen
wie es ist
wenn da eine
ihren eigenen Willen hat.
Einen ganz eigenen Weg einschlägt.
Eine
die sich dafür vielleicht
von dir und mir
kaum mehr wünscht
als ein Bleibendürfen
in einem dunklen irdenen Gefäß.
Das
wie der Bauch der Erde
im Verborgenen Vertrauen wachsen lässt.
In das
was werden will
und wofür
es bitteschön keine Erzieherinnen braucht
die meinen
zu wissen
welchen Ausschlag es machte
wieviel dieses Kind in dieser Woche
in sich aufnahm
und ausschied.
Und was dann nämlich doch am Ende
nullundnichtigundeinwitz
ist
gegen alles von den Obrigkeiten Ungewollte
Ungewünschte
Ungewusste
das von Anfang an geschieht.
Wundervoll.
Erstaunlich.
Und nichts als ein Schweigen gebietend.
Am Beginn alles
Einfachsogemachten
vor dem
wir
heute und alle Tage
anbetend stehenbleiben.

31. Türchentag

Ich hebe meine Augen auf
zu den Bergen
von denen zu mir kommt
was schon immer
ein Lied sang
davon
dass du
die Zeit
in Händen hast
und auch dieses
Jahres Last
in sie fällt.
in deine großen
starken Hände
mit der gefurchten Hornhaut
wie bei Oma Lina.
Wandle in Segen.
Was für ein Wunsch.
Fast unaussprechlich.
So groß
dass eigentlich
nur singbar.
So wie die Erkenntni
dass uns kleidet
was wir erleben.
Stück für Stück
Flecken für Flicken
nehme ich auf
und hefte sie auf mein Gewand.
Lass
es Teil werden
des Mantels
der mich oft
nur dürftig wärmt.
Vielleicht weil er
meistens ungeteilt blieb.
Verschlissen vor der Zeit.
Löchrig und schäbig.
So wie
es eben kommt
dass die Jahre
die du uns geschenkt
wenn deine Güte uns nicht lenkt
veralten wie Gewänder.