35. Türchentag

Wie mag es wohl sein
wenn du
schon
vonvornherein und auch nach der
soundsovielten Rechtschreibreform noch immer
einzig zum Zeichen einer Aus-
oder
würde gar jemand sagen
einer Unterlassung
in der Deutschen Schriftsprache
und nur da existent bist
weil du nämlich
phonetisch nichts zu melden hast
und aus allem Tönen raus bist
und ganz besonders jetzt
zur Jahrmarkzeit
vor Kälte schlotternd
ausgeschlossen
aus dem Dom der Klänge
vor dessen
verrammeltundverriegelten Pforten stehst.
Wo du also stehst
und dich fragst
ob es das ganze am Ende besser oder schlimmer
und
dich nicht eh zum Gespött
der schriftsensibel Hochnäsigen macht
wenn dich die Zunft der Imbissbetreibenden
Moni‘ s
Yvonne‘s
und Heiko ‘s
mit stilistisch fraglicher Zielsicherheit
aber in Schillerfarben und von Blinkelichtern umkränzt
adelt durch Verwendung.
Verwendung.
Aber eben
dort
wo du fehl am Platz bist
nicht hingehörst
nichts zu suchen
und nichts
verloren hast.
Und dann die Sache mit Oma.
Die hätte es besser gewusst
sag ich dir.
Hätten sie sie
mal gefragt
wo und wie du
an ihrer Seite
erscheinen hättest sollen und mögen.
Oder eben nicht.
Und vielleicht hätte sie
in ihrer
kollonial verwobenen madeiriensischen Weite
sich eventuell sogar
bereitgefunden
sich Granny nennen zu lassen
was in anglizistischem Sinne
die Auslassung
und dein Erscheinen
in Glanz und Gloria
über dem
von ihr
der Granny
nachweislich
heißgeliebten Eierpunsch
zur allseitigen Freude
und Zufriedenheit
gerechtfertigt
und ja
sogar erbeten gewesen hätte sein können.
Und so stehen wir nun.
Ein stummes
allerorten sich deplaziert fühlendes Apostroph.
Ich in meinem Mitgefühl.
Und eine sprachlich misshandelte Großmutter
mit einer Vorliebe für alkoholische Heißgetränke.
Da stehen wir. Am Anfang des Jahres.
Halten uns an den Händen
und sind froh
dass wir uns haben.
Und erzählen davon
wie es ist
die zu sein
die wir sind.