
Und dann gibt es
eben doch
bei aller
verachtungsvollen Konsequenz
zweibisdrei
halbe oder ganze
Ausnahmen
auf der Liste im Leben
die Instantprodukte rechtfertigt.
Eins davon ist
ganz besonders
wenn er an einem Freitagmorgen
um zehn
nach dafür notwendigem Frühstart
um 5:30 Uhr
aus einem Krankenhausautomaten
von Darboven gezogen
und deshalb oder immer eh
immer
ein bisschen nach Kaffee schmeckt
Zitronentee.
Oh Zitronentee!
Was warst Du
die Wunderwaffe
gegen die Übellaune.
Von Kindern
Erwachsenen undsoweiter.
Energie sofort. Und sei es
unaufgelöst aufgeditscht
vom angeleckten Finger.
Verheißungsvolle Würmer
aus Zucker und Aroma.
Süßsauer. Lecker. Toll.
Himmlisch vollständig.
Wie hab ich es geliebt. Keine Ahnung
wo Gisela
ihn immer herhatte.
Ausm Deli. Oder direkt ausm Westen.
Ich weiß es nicht.
Und Jonas.
Der Superneffe.
Dem
wenn immer ihm ein was quer lag
Zitronentee
verabreicht wurde
Stets begleitet vom Ausruf meiner Mutter
schlau
und immer
ein wenig
allesübereinenkamm:
Das Kind ist total unterzuckert!
Denn
manches vergisst man nie
als könntest du mit sowas
irgendwas gut machen
aber das Gute ist
dass dieses grosse Kind
sich also inzwischen
den allerbesten
sehr analogen Zitronentee baut
der sich denken lässt.
Earl Grey.
Kochendes Wasser.
Am besten das gute Hallesche.
Zucker.
Zitrone.
Dann sind wir
auf jeden Fall
nah dran.
Wenn auch niemals
an dem etwas hektisch stumpfem Plastikschraubgeräusch
einer etwas laveden Dose.
Oder
dem schön geschnodderten Geräusch des Automaten.